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Die Kognitive Verhaltenstherapie ist eine aktive, strukturierte und Probleme bewältigende Therapieform, die alltagsnah und an der Gegenwart orientiert arbeitet. So lassen sich z. B. Ängste und Depressionen überwinden, indem die Art zu denken und das Verhalten bewusst verändert werden. In der Alltagsgestaltung wird grosser Wert auf die Stärkung von Eigenressourcen und das Wahrnehmen positiver Erlebnisse gelegt. Das Vorgehen ist stark strukturiert und benützt Übungen, Materialien und (Haus-)Aufgaben, damit die Betroffenen lernen, anders, freundlicher gegen sich selbst und weniger starr zu denken, und sich geschickter zu verhalten, um die eigenen Ziele in konstruktiver Weise zu erreichen. Es wird bei dieser Therapie durchaus Gesprächen Raum gegeben, es wird erklärt und ausführlich informiert, doch als wesentlich und entscheidend wird angesehen, die von Störungen betroffenen Menschen dabei zu unterstützen, ein aus ihrer Sicht sinnvoll verändertes Denken und Handeln, und damit die Möglichkeit zu positiveren Erfahrungen zu entwickeln.

Typische Elemente oder Phasen einer Kognitiven Verhaltenstherapie am Beispiel einer Depression sind:

- Phase 1: Aufbau einer therapeutischen Beziehung, Lebensgeschichte erheben, Information und Erklärung der Depression, zentrale aktuelle Probleme erkennen, Ziele für die Behandlung formulieren, rasche Hilfe bei krisenhafter Lage, Stimmung und Alltagsstruktur erfassen (Protokollieren).

- Phase 2: Auswertung der Selbstbeobachtungen (Protokolle), Erklärung des Zusammenhangs von Befinden, Denken und Handeln, Vermittlung des therapeutischen Modells, Struktur und Elemente der Therapie mit Bezug zu den Therapiezielen vorstellen und erklären. Vorbereitung auf die nächste Phase.

- Phase 3: Beeinflussung des Befindens durch Veränderung der Alltagsstrukturen, Aktivitätsaufbau, Finden angenehmer Tätigkeiten, Einbau in den Alltag, Abbau von Belastungen und Pflichten, Wochenplan und Tätigkeitenprotokoll.

- Phase 4: Erkennen des Zusammenhangs von Denken und Fühlen, Erkennen automatischer, negativer und depressionsfördernder Gedanken, Bearbeiten kognitiver Muster, Veränderung ungünstiger Einstellungen, Gedankenkontrolle, Gedankenprotokolle, Veränderung von Überzeugungen und Regeln, Bewältigung von früheren Verletzungen, Konflikten und Verlusten.

- Phase 5: Aufbau von neuem Verhalten, Verbesserung der sozialen Fertigkeiten, Aufbau von geschickter Kommunikation und Interaktion, Bearbeitung von Verlusten und sozialen Konflikten, Verbesserung der Problemlösefertigkeiten, Erhöhung der Selbstsicherheit, Rollenspiele, Übungen, ggf. Einbezug des Partners.

- Phase 6: Beendigung der Therapie, Sicherung der Beibehaltung des Gelernten, Stabilisierung der Erfolge und Fortschritte, Erkennenvon Frühwarnzeichen einer Depression, Notfallplanung, Krisenplanung, Rückfallverhinderung.